Growatt NOAH 2000

Der NOAH 2000 ergänzt eine passende bestehende Solaranlage um 2.048 Wh Speicher. Er benötigt einen separaten Mikro-Wechselrichter. Für eine neue Anlage bietet der NEXA 2000 bereits einen integrierten Wechselrichter und vier MPPT.
Vorteile
- Zwei unabhängige MPPT für getrennte Modulgruppen
- Erweiterung von 2.048 auf 8.192 Wh
- Nachrüstung mit kompatiblem externem Mikro-Wechselrichter
- Verbrauchsabhängige Entladung mit Shelly 3EM / Pro 3EM
- IP66-Gehäuse und integrierte Akkuheizung
Nachteile
- Kein eingebauter Wechselrichter und keine AC-Gerätesteckdose
- Zwei MPPT für bis zu vier Module; jeweils zwei Module teilen einen Tracker
- DC-Ausgang auf insgesamt 800 W begrenzt
- Akkuheizung benötigt verfügbare Solarenergie
- App-Anbindung benötigt 2,4-GHz-WLAN und ein Benutzerkonto
Anbieter
Unsere Empfehlung
Wir empfehlen den Growatt NOAH 2000 zum Nachrüsten, wenn deine vorhandenen Module und dein Mikro-Wechselrichter zu seinen elektrischen Anschlüssen passen. Der Speicher stellt 2.048 Wh Nennkapazität bereit und wird zwischen Solarmodulen und Wechselrichter eingesetzt. Einen Wechselrichter musst du separat anschließen. Der NOAH allein liefert keinen Wechselstrom für die Haussteckdose.
Für eine komplett neue Anlage würden wir zuerst den neueren NEXA 2000 prüfen. Er hat ebenfalls 2.048 Wh, aber einen eingebauten Wechselrichter, vier statt zwei MPPT und einen separaten 800-W-Offgrid-Ausgang. Das erspart die Suche nach einer passenden Kombination aus Speicher und Mikro-Wechselrichter. Der NOAH bleibt interessant, wenn ein vorhandener Wechselrichter weiterverwendet werden kann.
Module anschließen: zwei Tracker, vier Module
Die zwei PV-Eingänge nehmen jeweils bis zu 900 W auf, zusammen höchstens 1.800 W. Pro Eingang sind 16 bis 60 V und maximal 26 A angegeben. Zwei Module können direkt angeschlossen werden. Für vier Module sieht das Handbuch je zwei parallel angeschlossene Module über passende Y-Kabel vor. Diese Kabel sind separat erhältlich.
Vier Module ergeben somit zwei geregelte Gruppen. Wer vier deutlich unterschiedliche Ausrichtungen hat, erhält hier keine vier unabhängigen Tracker. Ein sinnvoller Aufbau wäre beispielsweise eine Modulgruppe nach Osten und die andere nach Westen. Innerhalb einer parallel verbundenen Gruppe sollten die Module elektrisch zusammenpassen. Prüfe besonders die Leerlaufspannung bei niedriger Temperatur und den gemeinsamen Strom; die reine Wattangabe reicht für die Auswahl nicht aus.
Auch die 1.800 W sind keine garantierte Erzeugung. Ausrichtung, Sonne und Verschattung bestimmen die tatsächlich verfügbare Leistung. Mehr Akku hilft erst, wenn die Anlage regelmäßig einen Überschuss produziert.
Der externe Wechselrichter bestimmt die Kombination
Der DC-Ausgang des NOAH arbeitet mit 40 bis 50 V, maximal 18 A und insgesamt höchstens 800 W. Diese Werte müssen zum Eingang des Mikro-Wechselrichters passen. Ein mechanisch passender Stecker beweist die elektrische Kompatibilität nicht.
Growatt nennt auf der Produktseite den NEO 800M-X als unterstützten Wechselrichter. Bei anderen Geräten sollte die konkrete Modellbezeichnung anhand der freigegebenen Kombination geprüft werden. Verlasse dich dabei nicht auf eine pauschale Händlerangabe wie „für alle Balkonkraftwerke“.
Ein Speicherangebot und ein Paket mit NEO-Wechselrichter oder Solarmodulen haben unterschiedliche Lieferumfänge. Achte vor dem Kauf darauf, ob nur der NOAH oder bereits das komplette benötigte Set enthalten ist. Die im Handbuch aufgeführten Kabel und Haltebügel ersetzen weder Wechselrichter noch Solarmodule.
2.048 Wh und die Erweiterung
Bis zu vier NOAH-Einheiten lassen sich stapeln. Die rechnerische Nennkapazität steigt dabei auf 4.096, 6.144 oder 8.192 Wh. Die Ausgangsleistung wird durch einen größeren Akku nicht automatisch höher. Das System liefert weiterhin über den passenden Mikro-Wechselrichter Strom an den Haushalt.
Ein Rechenbeispiel: 2.048 Wh geteilt durch eine konstante Last von 200 W ergeben theoretisch 10,24 Stunden. Das ist keine gemessene Laufzeit. Reserve, Umwandlungsverluste und Eigenverbrauch verkürzen die tatsächlich nutzbare Dauer. Für die Planung sind deine gemessenen Abendverbräuche und der reale Solarüberschuss entscheidender als diese ideale Rechnung.
Wir würden den Speicher zunächst ohne Zusatzgeräte auswerten: Wie oft ist er früh voll, wie viel Überschuss geht danach verloren und wie häufig ist er abends leer? Wenn regelmäßig viel Überschuss und später Netzbezug zusammenkommen, kann ein weiterer Akku helfen. Bei einer häufig leeren Basiseinheit würde zusätzliche Kapazität meist ungenutzt bleiben.
Shelly-Steuerung ist möglich
Der NOAH unterstützt den Shelly 3EM und Shelly Pro 3EM zur verbrauchsabhängigen Entladung. Dafür müssen die ShinePhone-App und die NOAH-Firmware aktualisiert werden. Danach wird das Shelly-Konto autorisiert, der Zähler dem Speicher zugeordnet und der intelligente Eigenverbrauchsmodus für einen Zeitraum eingerichtet. Die Update-Anleitung beschreibt diesen Ablauf ausdrücklich.
Die Unterstützung dieser beiden Modelle ist keine Freigabe für sämtliche Shelly-Zähler. Prüfe die genaue Gerätebezeichnung. Bei Arbeiten an der elektrischen Verteilung ist eine Elektrofachkraft nötig. Plane auch die Kosten für Zähler und Montage ein, wenn du bisher keine passende Verbrauchsmessung hast.
Ohne diese Messung lässt sich die Ausgangsleistung über Zeitpläne steuern. „Load First“ versorgt zunächst die eingestellte Last und lädt mit dem Überschuss den Akku. „Battery First“ priorisiert das Laden. Das Handbuch nennt 200 W als voreingestellten Ausgangswert. Eine feste Abgabe passt nur dann gut, wenn gleichzeitig ungefähr dieser Verbrauch vorhanden ist; sie folgt wechselnden Haushaltslasten nicht von selbst.
App, WLAN und Stellplatz
ShinePhone benötigt ein Benutzerkonto. Die Einrichtung erfolgt über Bluetooth und WLAN; unterstützt wird 2,4-GHz-WLAN. Das Handbuch verweist beim Anlegen des Kontos auf einen beim Händler erhältlichen Installateurcode. Kläre diesen Zugang vor dem Aufbau, statt erst am fertigen Kabelsystem nach Zugangsdaten zu suchen.
Das Gehäuse misst 406 × 235 × 270 mm. Für die ältere Ausführung nennt das Handbuch etwa 23 kg, für die neuere etwa 21 kg. Prüfe deshalb die gelieferte Version, wenn das Gewicht für Transport oder Wandmontage entscheidend ist. Bereits ein einzelner Speicher braucht einen tragfähigen, ebenen Standort.
IP66 schützt gegen Staub und starkes Strahlwasser. Stelle den NOAH trotzdem so auf, dass kein Wasser stehen bleibt und die Anschlüsse erreichbar sind. Direkte Sonneneinstrahlung auf das Gerät soll vermieden werden. Bei drei oder vier gestapelten Einheiten verlangt das Handbuch eine Wandbefestigung; auch kleinere Stapel müssen stabil stehen. Der obere Speicher übernimmt die gemeinsame App-Anbindung.
Winterbetrieb: die Heizung braucht Solarstrom
Die eingebaute Heizung unterstützt den Kaltstart, verbraucht dafür aber verfügbare PV-Energie. Sie ersetzt keine sonnige Aufstellung und erzeugt keine Energie. Unter 0 °C und bei höchstens 140 W PV-Leistung wird die Solarenergie vorrangig zum Erwärmen des Akkus verwendet. Bei 5 °C Batterietemperatur wird die Heizfunktion beendet.
Die Temperaturtabelle im Handbuch nennt 0 °C als Mindesttemperatur zum Laden und −20 °C zum Entladen. Die beworbene Kaltstartunterstützung bis −30 °C beschreibt das Aufheizen des kalten Akkus mit Solarstrom. Sie bedeutet nicht, dass der Akku bei −30 °C unmittelbar mit voller Leistung laden und entladen kann.
Für einen winterlichen Standort würden wir deshalb Verschattung, Wasserablauf und WLAN besonders prüfen. Die Heizung hilft beim Start; sie macht einen dauerhaft schattigen Balkon nicht ertragreicher.
NOAH, NEXA und Solarbank im Vergleich
Der NEXA 2000 integriert den Wechselrichter. Seine vier MPPT nehmen zusammen bis zu 2.600 W PV-Leistung auf. Ein externer 800-W-Offgrid-Ausgang kann einzelne passende Verbraucher versorgen. Der NOAH bietet diese AC-Steckdose nicht. Beide Modelle starten mit 2.048 Wh und lassen sich auf 8.192 Wh erweitern, benötigen dabei jeweils ihre eigene passende Systemkonfiguration.
Beim NEXA ist vor dem Kauf außerdem die maximal wählbare Leistung zu prüfen: Das Datenblatt zeigt neben 800 W eine Power+-Funktion mit 1.000 W. Für die vereinfachte Steckersolar-Anmeldung zählt die höchste wählbare Wechselrichterleistung. Eine vorläufige Einstellung auf 800 W genügt daher nicht als Nachweis, dass eine konkrete Ausführung unter die Sonderregeln fällt.
Die Solarbank 3 bietet 2.688 Wh, vier MPPT und einen integrierten Wechselrichter. Die neuere Solarbank 4 hat bereits 5.024 Wh und wiegt 50 kg. Wer einen vorhandenen passenden Wechselrichter erhalten möchte, sollte diese zusätzlichen Gerätefunktionen gegen den NOAH-Nachrüstaufbau abwägen. Eine pauschale Preisrangfolge lässt sich daraus nicht ableiten.
Registrierung und Kaufentscheidung
Die Bundesnetzagentur beschreibt die vereinfachten Regeln für Steckersolargeräte mit insgesamt bis zu 2.000 W Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung. Bei mehreren Geräten an derselben Entnahmestelle werden die Leistungen zusammengerechnet. Beim NOAH gehört der externe Wechselrichter zur Prüfung; der Akku allein ist kein vollständiges Steckersolargerät. Auch die Speicherregistrierung muss berücksichtigt werden.
Für die Installation sind zusätzlich die konkrete Anschlussart und die vorhandene elektrische Anlage maßgeblich. Die DKE schließt Energiespeicher aus dem Anwendungsbereich der Steckersolar-Produktnorm DIN VDE V 0126-95 aus. Deren Anschlussregeln dürfen daher nicht pauschal als Freigabe für einen Speicheraufbau übernommen werden.
Unsere Empfehlung bleibt: Nutze den NOAH zum gezielten Nachrüsten einer kompatiblen vorhandenen Anlage. Prüfe für einen Neuaufbau auch den NEXA und die aktuellen Solarbank-Modelle. Entscheidend sind passender Wechselrichter, nutzbarer Überschuss, gewünschte Verbrauchssteuerung und ein geeigneter Stellplatz. Im Speichervergleich findest du die Systeme zusammengefasst.
Quellen
- [1]NOAH 2000 - Growatt, 30.09.2026
- [2]NOAH Handbuch September 2025 - Growatt, 30.09.2026
- [3]Shelly-Integration - Growatt, 30.09.2026
- [4]NEXA 2000 - Growatt, 30.09.2026
- [5]NEXA Datenblatt - Growatt, 30.09.2026
- [6]Steckersolar-Registrierung - Bundesnetzagentur, 30.09.2026
- [7]Norm und Speicher - DKE, 30.09.2026