Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro

Wir empfehlen die Solarbank 3 E2700 Pro für Anlagen mit getrennt ausgerichteten Modulen und einem Abendbedarf, der zu 2,688 kWh passt. Die Basiseinheit lädt mit bis zu 1.800 W; 3.600 W erfordern einen passenden Erweiterungsakku.
Vorteile
- Vier getrennte MPPT für unterschiedlich ausgerichtete Module
- 2.688 Wh Basiskapazität, mit BP2700 oder BP5000 erweiterbar
- Integrierter Wechselrichter spart ein separates Gerät
- Verbrauchsgeführte Regelung mit kompatiblem Stromzähler
- Bis 1.200 W AC-Laden aus dem Netz
Nachteile
- PV-Ladeleistung der einzelnen Basiseinheit auf 1.800 W beschränkt
- 29,2 kg Gewicht erschweren Transport und Umstellen
- Smart Meter und Erweiterungsakku im Basispaket nicht enthalten
- Shelly-Integration unterstützt nur bestimmte Zählermodelle
Anbieter
Kurzfazit
Die Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro speichert Solarstrom für den Abend und enthält bereits den Wechselrichter für die Abgabe ins Hausnetz. Wir empfehlen den Balkonkraftwerk-Speicher, wenn du mehrere unterschiedlich ausgerichtete Module anschließen und den Stromverbrauch mit einem kompatiblen Zähler erfassen möchtest. Seine vier MPPT regeln die Solareingänge getrennt. Der Akku fasst 2.688 Wh, also 2,688 kWh.
Für den Kauf ist ein Unterschied besonders wichtig: Die einzelne Solarbank lädt über ihre PV-Eingänge mit maximal 1.800 W. Bis zu 3.600 W Ladeleistung sind mit einem passenden Erweiterungsakku möglich. Wer nur die Basiseinheit bestellt, sollte deshalb keine 3.600 W Batterieladung erwarten. Die deutsche Ausführung gibt bis zu 800 W ins Hausnetz ab. Solareingang, Akkuladung und Netzeinspeisung haben jeweils eigene Leistungswerte.
Seit 2026 gibt es mit der Solarbank 4 E5000 Pro einen Nachfolger mit 5.024 Wh. Für einen Haushalt, der abends rund zwei Kilowattstunden zusätzlichen Solarstrom nutzen kann, bleibt die kleinere Solarbank 3 interessant. Ein größerer Akku hilft erst, wenn deine Module genügend Überschuss liefern und du diesen Strom später verbrauchst.
Vier Solareingänge, 1.800 W ohne Zusatzakku
Ein MPPT sucht den Arbeitspunkt, an dem ein angeschlossenes Solarmodul möglichst viel Leistung liefert. Vier getrennte MPPT helfen etwa bei einem Modul nach Osten, zwei nach Süden und einem nach Westen. Unterschiedliche Ausrichtungen lassen sich getrennt regeln; ein gemeinsamer Eingang würde diese Trennung aufheben.
Der DC-Eingangsbereich beträgt 16 bis 60 V. Für die Auswahl zählt auch die Leerlaufspannung der Module bei niedriger Temperatur. Sie darf die maximal zulässige Eingangsspannung nicht überschreiten. Zwei Module in Reihe können diese Spannung überschreiten. Die Kurz-Anleitung sieht Direktanschlüsse oder eine freigegebene Parallelschaltung vor und untersagt eine Reihenschaltung.
Die 3.600-W-Angabe beschreibt das ausbaubare System. Mit einem BP2700 kann die gemeinsame PV-Ladeleistung der Solarbank und des Zusatzakkus bis zu 3.600 W erreichen. Wenn nur der einzelne BP2700 geladen wird, weil die Basiseinheit bereits voll ist, beträgt dessen maximale Ladeleistung 1.800 W. Die PV-Ladung verteilt sich auf die Akkus, die noch nicht voll sind.
Für zwei Module mit zusammen 900 Wp bietet die Basiseinheit bereits ausreichend Ladeleistung. Vier Module mit zusammen 2.000 Wp können an sonnigen Tagen mehr liefern, als sie allein mit 1.800 W in die Batterie laden kann. Ob ein Zusatzakku dafür den Aufpreis wert ist, zeigen die tatsächlich verlorenen Überschüsse und dein späterer Verbrauch.
Wie viel Abendstrom passt in 2,688 kWh?
Die Kapazitätsangabe beschreibt die im Akku gespeicherte Energie. Beim Laden und bei der Umwandlung für das Hausnetz entstehen Verluste. Zusätzlich benötigt die Elektronik Strom. Du kannst daher weniger als die gesamten 2,688 kWh als nutzbare Wechselstrommenge einplanen.
Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: Bei konstant 200 W Verbrauch würden 2,688 kWh rechnerisch 13,44 Stunden reichen. Das ist eine Rechnung ohne Verluste und ohne reservierten Mindestladestand. Die tatsächliche Dauer fällt kürzer aus. Bei 600 W verkürzt sich dieselbe theoretische Dauer auf 4,48 Stunden. Der Verbrauch am Abend entscheidet somit viel stärker über die Laufzeit als die Zahl der Personen im Haushalt.
Miss zunächst einige normale Werktage und ein Wochenende. Relevant ist der zusätzliche Strombedarf nach den sonnigen Stunden. Wer abends nur 0,8 kWh benötigt, braucht keinen Akkuausbau auf mehrere Kilowattstunden. Wer täglich mehr als die Basiskapazität nutzen kann, sollte außerdem prüfen, ob die Module diesen Bedarf regelmäßig nachladen.
Erweiterungsakkus: BP2700 und BP5000
Ein BP2700 ergänzt 2.688 Wh. Zusammen mit der Solarbank ergeben sich 5.376 Wh; fünf BP2700 erhöhen die Gesamtkapazität auf 16.128 Wh. Die einzelnen Einheiten werden unter der Solarbank gestapelt und mit den vorgesehenen Halterungen gesichert. Plane dafür die Höhe, das Gesamtgewicht und den Zugang zu den Anschlüssen ein.
Auch der neuere BP5000 mit 5.024 Wh ist mit der Solarbank 3 E2700 Pro kompatibel. Ein solcher Zusatzakku ergibt zusammen mit der Basiseinheit 7.712 Wh. Du musst deshalb für zusätzliche Kapazität nicht zwangsläufig die komplette Solarbank ersetzen. Die Akku-Anleitung beschreibt auch Kombinationen mit BP2700 und BP1600.
Der BP5000 wiegt 42 kg. Bei einem Umbau ändern sich außerdem die Wandabstände: Für einen reinen BP5000-Stapel sind 64 bis 84 mm angegeben, bei einer Kombination mit BP2700 oder BP1600 85 bis 105 mm. Die Solarbank kommt oben auf den Stapel. Ein vorhandener Aufstellplatz muss diese neue Anordnung aufnehmen können.
Wir empfehlen einen Zusatzakku, wenn die Basiseinheit an vielen sonnigen Tagen früh voll ist und du später wieder Strom aus dem Netz beziehst. Bleibt sie häufig halb leer, bringt mehr Speicherkapazität wenig. Dann solltest du zuerst Verschattung, Modulausrichtung und den Verbrauch während der Sonnenstunden prüfen.
Verbrauchsmessung mit Anker oder Shelly
Ein kompatibler Stromzähler erfasst, wie viel dein Haushalt gerade aus dem Netz bezieht oder dorthin abgibt. Damit kann die Solarbank ihre Abgabe dem Verbrauch anpassen. Ohne eine solche Messung lassen sich feste Zeitpläne verwenden; wechselnde Lasten werden damit allerdings nicht genau erfasst.
Neben dem Anker SOLIX Smart Meter werden Shelly 3EM und Shelly Pro 3EM unterstützt. Das gilt für die ausdrücklich aufgeführten Standardmodelle. Die Varianten Shelly 3EM-63T Gen3, Shelly Pro 3EM-3CT63 und Shelly Pro 3EM 2x50A gehören derzeit nicht zu dieser Freigabe. Prüfe die vollständige Modellbezeichnung auf dem vorhandenen Zähler. Ein ähnlicher Name reicht für die Kompatibilität nicht aus.
Für Shelly werden ein eingerichtetes Shelly-Cloud-Konto, die aktuelle Anker-App und eine passende Solarbank-Firmware benötigt. Der Anker Smart Meter wird in der Elektroverteilung angeschlossen. Lass den Einbau von einer Elektrofachkraft durchführen und die Messrichtung kontrollieren. Falsch zugeordnete Stromsensoren liefern der Regelung falsche Verbrauchswerte.
Laden aus dem Netz und dynamische Tarife
Die Solarbank 3 kann mit bis zu 1.200 W aus dem Stromnetz laden. Ein dynamischer Tarif kann dadurch interessant werden: Günstiger Strom wird gespeichert und später genutzt. Dafür brauchst du einen tatsächlich zeitvariablen Stromvertrag und die für dessen Abrechnung erforderliche Messtechnik. Der Anker-Zähler für die Speicherregelung ersetzt den Abrechnungszähler deines Messstellenbetreibers nicht.
Rechne mit dem vollständigen Bezugspreis inklusive der Tarifbestandteile. Ein niedriger Börsenpreis allein ergibt noch keinen günstigen Endkundenpreis. Ladeverluste verkleinern den Preisvorteil zusätzlich. Ein Beispiel: Bei angenommenen 85 Prozent nutzbarer Energie kosten 1 kWh später abgegebener Strom aus einer Ladephase zu 20 Cent bereits rund 23,5 Cent, bevor weitere Kosten berücksichtigt werden. Die 85 Prozent sind hier eine Rechenannahme, kein gemessener Wirkungsgrad der Solarbank.
Für einen festen Stromtarif entsteht durch Netzladen kein Preisvorteil zwischen Lade- und Entladezeit. Die wichtigste Aufgabe bleibt dann, vorhandenen Solarüberschuss für den Abend aufzubewahren.
Aufstellen und anschließen
Die Basiseinheit wiegt 29,2 kg und misst 460 × 254 × 279 mm. Wähle einen tragfähigen, ebenen Platz, an dem die Anschlüsse erreichbar bleiben. Das mitgelieferte Schuko-Kabel ist drei Meter lang. Die Solarbank muss außerdem innerhalb der Reichweite deines 2,4-GHz-WLANs stehen, wenn du ihre App-Funktionen nutzen möchtest.
IP65 schützt das Gehäuse gegen Staub und Strahlwasser. Der Speicher gehört trotzdem nicht in stehendes Wasser oder in direkte Sonne. Ungenutzte PV-Anschlüsse müssen verschlossen bleiben. Bei Erweiterungsakkus kommen die vorgesehenen Verriegelungen und Wandhalterungen hinzu. Die Installation und Erdung richten sich nach der Anleitung für die konkrete Ausführung.
Die vereinfachten deutschen EEG-Regeln setzen unter anderem insgesamt höchstens 2.000 W Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung voraus. Mehrere Steckersolargeräte hinter derselben Entnahmestelle werden zusammengerechnet. Bei per Software wählbaren Leistungsstufen zählt die höchste wählbare Leistung; eine niedrigere App-Einstellung allein genügt nicht. Für den Kauf sind deshalb die konkrete Geräteausführung und ihre Zertifikate wichtig. Die Anschlussregeln erklären diese Voraussetzungen.
Die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 umfasst Steckersolargeräte mit Energiespeicher derzeit nicht. Ihre Angaben zu Schuko und Modulleistung lassen sich deshalb nicht pauschal auf die Solarbank übertragen. Prüfe die dokumentierte Anschlussart deines Speichers und die vorhandene Elektroinstallation. Die Norm-FAQ trennt diese Fälle ausdrücklich.
3.600 W technische PV-Aufnahme machen eine Anlage mit entsprechend viel Modulleistung somit nicht automatisch zu einem vereinfacht anmeldbaren Balkonkraftwerk. Für größere Anlagen muss der Anschluss einschließlich Anmeldung mit dem Netzbetreiber und einer Elektrofachkraft geplant werden.
Solarbank 3 behalten oder Solarbank 4 kaufen?
Die Solarbank 4 E5000 Pro startet mit 5.024 Wh und wiegt 50 kg. Ihre vier MPPT nehmen zusammen bis zu 5.000 W Solarleistung auf; die maximale AC-Ladeleistung beträgt 2.500 W. Die Leistungsstufen des netzgekoppelten Ausgangs sind mit 600, 790, 800 und 2.500 VA angegeben. Die konkrete Ausführung und ihr dokumentierter Anschluss entscheiden darüber, welche Leistung zulässig ist.
Für eine vorhandene Solarbank 3 mit ausreichend Ladeleistung kann ein kompatibler Zusatzakku die passendere Erweiterung sein. Für einen Neukauf sprechen mehr Basiskapazität und höhere Ladeleistung für die Solarbank 4, wenn dein Solarertrag und Abendverbrauch dazu passen. Auf einem kleinen Balkon mit knappem Platz sind dagegen 50 kg Gewicht und 5,024 kWh Kapazität keine automatischen Vorteile.
Die Auswahl weiterer Speicher und die Unterschiede der Anschlusssysteme findest du im Balkonspeicher-Vergleich. Ein vorhandener externer Wechselrichter sollte bei der Auswahl ebenfalls berücksichtigt werden: Die Solarbank 3 enthält bereits einen eigenen Wechselrichter.
Was vor der Bestellung feststehen sollte
Bestelle nach der vollständigen Modellbezeichnung und der für Deutschland vorgesehenen Ausführung. Prüfe getrennt, ob Smart Meter, Solarmodule, Halterungen und Zusatzakkus im Angebot enthalten sind. Ein Paket mit einem Erweiterungsakku ist mit der Basiseinheit allein preislich nicht direkt vergleichbar.
Kontrolliere auch den Endpreis, die Versandkosten und die Voraussetzungen eines beworbenen Nullsteuersatzes. Ein Preis mit 0 Prozent Umsatzsteuer ist an die Voraussetzungen des jeweiligen Kaufs gebunden. Er sollte beim Preisvergleich nicht ohne diese Bedingungen mit einem Angebot inklusive regulärer Umsatzsteuer gleichgesetzt werden.
Unser Urteil: Die Solarbank 3 E2700 Pro eignet sich für den Wechsel vom direkten Solarverbrauch zu einer verbrauchsgeführten Speicherung mit vier getrennten Solareingängen. Ihre 2,688 kWh sind für einen überschaubaren Abendbedarf gut nutzbar. Kaufe die Erweiterung nach deinem gemessenen Überschuss. Wer von Beginn an 3.600 W PV-Ladeleistung benötigt, muss einen passenden Zusatzakku einplanen.
Quellen
- [1]Solarbank 3 – technische Daten - Anker SOLIX, 30.09.2026
- [2]Solarbank 3 – Kurz-Anleitung - Anker SOLIX, 30.09.2026
- [3]BP5000 – Kompatibilität und Montage - Anker SOLIX, 30.09.2026
- [4]Shelly – unterstützte Modelle - Anker SOLIX, 30.09.2026
- [5]Solarbank 4 – Datenblatt - Anker SOLIX, 30.09.2026
- [6]Steckersolar – Leistungswerte und Registrierung - Bundesnetzagentur, 30.09.2026
- [7]Produktnorm – Geltungsbereich für Speicher - DKE, 30.09.2026